Reisebericht Japan Oktober 2018

Tag 1:

 

Japan - Endlich wieder! Seit 2.5 Jahren waren wir nicht mehr auf der Insel, eine gefühlte Ewigkeit.

 

Zum ersten Mal reisen wir im Herbst, wir sind gespannt, wie es uns gefallen wird.

 

Die Taifunsaison neigt sich dem Ende zu und der Flugverkehr normalisiert sich langsam wieder. Wir haben heute Glück und können pünktlich mit der Swiss in Zürich starten.

 

Tag 2: Nagano und Yudanaka

 

Mobile Fingerabdruckscanner und Kameras vor den eigentlichen Immigrationsschaltern sorgen für eine Beschleunigung des Einreiseprozesses, wir sind ziemlich schnell durch. Da wir nur Handgepäck haben, können wir auch bei den Gepäckrondellen direkt durchspazieren. Beim Japan Rail-Schalter, wo wir unsere Rail-Pässe einlösen, müssen wir aber anstehen. Die Angestellten sind hier sehr engagiert und erklären allen Neuankömmlingen alles genau, was zu Wartezeiten führt.

 

Eine Stunde nach der Landung sitzen wir im Narita Express NEX.

 

 

Auch an der Tokyo Station erreichen wir direkt einen Anschlusszug und sind schlussendlich schon am Mittag in Nagano. Zu Fuss gehen wir erstmal

durchs Bahnhofsviertel, die Beine können etwas Bewegung vertragen.

 

Schon nach wenigen Schritten finden wir den ersten Tempel dieser Reise, den Saiko-Ji.

 

Der Zenko-Ji, Naganos bekanntester Tempel, ist

aber der eigentliche Grund unseres Stops hier. Da fahren wir jetzt mit der Bahn hin.

Es bleibt noch etwas Zeit vor der Weiterfahrt, wir wollen auf einen Drink in ein Izakaya. Leider sind bis auf ein Lokal alle noch zu, und prompt

unternimmt der Kellner einen Versuch, uns abzuzocken. Er lockt mit Highballs für 200 Yen, erklärt aber nichts von der Table Charge. Er stellt uns ungefragt eine Vorspeise hin und kassiert diese schliesslich einfach ein.

 

Ich fange an zu diskutieren und er verzieht sich in die Küche zum Gemüse schnippeln. Wir legen den Betrag hin, den wir als richtig erachten und schleichen ab.

 

 

 

 

Gegen Abend fahren wir weiter nach Yudanaka, wo wir die erste Nacht verbringen. Für die Übernachtung haben wir uns das süsse Yumoto-Ryokan ausgesucht. Als wir im Zug sitzen fängt es an, wie aus Eimern zu schütten. Zudem ist es um 17:30 hier schon stockfinster, was die Suche nach der Unterkunft erheblich erschwert. Wir wollen uns also ein Taxi zum Ryokan nehmen, was sich aber als unnötig herausstellt.

 

Ein älterer Herr steht mit einem Schild am Bahnhof - er wartet auf uns! Ich bin verwirrt, ich habe unsere Ankunftszeit nie erwähnt. Was für ein Megaservice!

 

Im Yumoto Ryokan werden wir freundlich empfangen und die Zimmer übertreffen sämtliche Erwartungen, ganz toll!

 

Unsere Reservation ist inklusive Nachtessen, in einem eigenen Raum erhalten wir Gang für Gang serviert. Die Präsentation der Speisen ist sehr ansprechend und wir probieren uns durch.

 

Hier gehört das Essen zum Gesamterlebnis dazu, genauso wie das Bad im Onsen vor dem Schlafen. Die Eigentümer drücken für einmal ein Auge zu, normalerweise gibt es mit Tattoos, und sei es auch noch so klein, unter keinen Umständen Einlass ins Bad.

Tag 3: Jigokudani Affenpark und Kanazawa

 

Herrlich ausgeruht öffne ich das Fenster und bin überwältigt, von unserem Teetischchen aus haben wir einen fantastischen Blick auf den Garten.

Wunderschön!

 

Fast alle kennen wohl die berühmten Bilder von den badenden Affen. Wenn man Glück hat, findet man sie im Jigokudani Affenpark. Vor allem im Winter, wärmen sie sich in den heissen Quellen auf. Wir wollen jetzt unser Glück versuchen und hoffen, dass sie trotzt der relativ milden Temparaturen gerade Lust auf ein Bad haben.

 

Nach dem halbstündigen Spaziergang bestätigt sich unsere Befürchtung, das Eingangsschild sagt NO Monkeys. Wir haben eine Stunde Zeit um das leere Becken und die zahlreichen Besucher zu beobachten, alle flehenden Blicke in Richtung Berge nützen aber nichts. Kein einziger Affe kommt runter zum Baden. Dafür tunken wir am Bahnhof in Yudanaka nochmal unsere Füsse ins Onsen, bevor wir weiterfahren.

 

Auf dem Rückweg nach Nagano, diesmal bei Tageslicht, sehen wir nun die vielen Plantagen. Als Vogelscheuchen nutzen die Besitzer befestigte Drachen in Vogelform, die im Wind lustig flattern.

In Nagano decken wir uns im Delikatessengeschäft mit Sushi ein, bevor es im Shinkansen weiter nach Kanazawa geht. Dort angekommen, lösen wir einen Bus-Tagespass und fahren bis zur Station Hirokoji.

Wir wollen uns den Ninja Temple Myouryuji von Innen anschauen und müssen dafür eine Führung buchen. Das geht aber nur telefonisch, also rufen wir an und melden uns an. Die ganze Führung ist auf japanisch, Touristen erhalten eine Fotomappe mit Übersetzungen in Englisch. Die Tour lohnt sich aber in jedem Fall, nur so sieht man die geheimen Verstecke, Tunnel, Falltüren oder das Harakiri-Zimmer.

 

Als wir rauskommen, eilen Schweizer hilfesuchend auf uns zu, sie haben uns sprechen gehört und verstehen ohne Japanischkenntnisse nicht einmal, wo sie warten müssen.

 

Hotels sind sicher bei der Reservation behilflich, falls sich jemand den Tempel ansehen möchte. Auf der Hompage findet man die Telefonnummer für Reservierungen.

 

Wir fahren weiter zum Kenroku-en, welcher bekannt ist als einen der drei schönsten Gärten in Japan. Hier kann man sich verweilen, am bekanntesten sind die Kotoji-Steinlaterne und die Schildkröteninsel, die wegen ihrer Form so heisst. Ein wirklich toller Garten!

 

Gegenüber vom Garten sind die Überreste vom niedergebrannten Kanzawa Castle zu finden.

 

Auf dem Rückweg sehen wir ein Plakat, im Higashi Chaya District startet um 18:00 Uhr eine Geishavorführung im traditionellen Teehaus Kaikaro. In der Hoffnung, eine Geisha zu erblicken, machen wir uns auf den

Weg in dieses traditionelle Geishaquartier.

 

Kurz vor Showbeginn meldet die Dame an der Kasse plötzlich, dass heute einige Stehplätze für 3500 Yen verkauft werden und wir greifen sofort zu.

 

Ohne grosse Erwartungen betreten wir das schöne Teehaus und werden total überrascht. Die Hausbesitzerin Lady Baba und ihre Geishas präsentieren während 90 Minuten total erfrischend und kurzweilig die Geishakünste und Hintergründe.

 

Danach merken wir, wie hungrig wir sind und beschliessen den Abend mit Sushi, Highballs und Umeshu im Restaurant Cho-Hachi.

 

Die Nacht verbringen wir im neueröffneten Wing Hotel.

Tag 4: Kanazawa und Kyoto

 

Das Frühstück ist im Zimmerpreis inbegriffen, also machen wir uns auf den Weg in die Lobby. Wieder ist es japanisch, heute aber gar herausfordernd. Sogar auf der Reisschüssel sind streng riechende Fischstücke in Sauce.

 

Der Geruch holt uns wenig später wieder ein, in der Omicho Markthalle. Es ist aber immer spannend, die Märkte in anderen Ländern zu besuchen, wir haben amüsante Ware entdeckt.

 

 

 

Etwas weiter an der Strasse liegt der Oyama-Jinja Schrein, der besonders durch das spezielle Tor Shinmon bekannt ist. Es wurde aus einem Mix aus chinesischer, europäischer und japanischer Architektur erstellt.

 

Die kleine Parkanlage mit Teich ist ebenfalls sehr sehenswert.

 

Zudem haben wir Glück und es findet eine Hochzeit statt, viele Frauen in wunderschönen Seidenkimonos sind vor Ort.

 

Durch das aus alten Samurairesidenzen bestehende Nagamachi-Viertel spazieren wir zum Bahnhof zurück.

 

Gegen Mittag fährt der Thunderbird-Zug nach

Kyoto.

 

Diese Reise bringt uns viel Neues, dafür bleibt uns in Kyoto dieses Mal nur ein halber Tag. Wir entscheiden uns dafür, die Zeit für den östlichen Teil von Kyoto einzusetzen.

 

Wir starten mit einem friedlichen Tempel mit wunderschöner Gartenanlage.

 

 

Nach dem tollen Shorenin-Tempel schlendern wir durchs Gion-Viertel, da ist Geduld gefragt.

 

Da kommt es uns gelegen, dass wir das unscheinbare Logo der stilechten Gion Starbucks-Filiale entdecken. Eine Freundin hat mir vor einiger Zeit einen Artikel darüber geschickt und der Ort ist sofort auf meiner To Do-List gelandet.

 

Mit einem Soy Chai Latte fläzen wir uns mit vielen anderen Reisenden auf die Tatamis und machen eine Pause. Einheimische findet man hier nicht.

 

Öfters haben wir in der letzten Zeit gehört, Kyoto sei überlaufen und tatsächlich haben wir hier noch nie - nicht mal zum Höhepunkt der Kirschblütenzeit - soooo viele Touristen gesehen.

 

Nach der Erholung auf den Tatamimatten sind wir bereit für den zweiten Tempel und werden nicht enttäuscht, auch der Kodaji-Tempel ist einen Besuch wert. Von der Plattform aus hat

man eine tolle Sicht auf den Yasaka Pagoda.

 

Durch einen kleinen Park gehen wir weiter ins Zentrum von Gion und auch hier hat es sehr viele Leute in den Gassen, sie  lauern auf Geishas. Wir haben schon einige gesehen und gehen heute deshalb direkt weiter zur Tatsumi Brücke mit den roten Laternen. Am Tatsumi Daimyojin Shrine, angeblich dem Schrein der Künste, fordert mein Freund mit einer Geldspende sein Glück heraus.

 

Am Abend fahren wir weiter nach Osaka, damit wir am Morgen direkt starbereit sind. Wir übernachten im Flughafenhotel Hatago Inn.

Tag 5: Sapporo ...oder Plan B....

 

Vom ins Meer gebauten Flughafen Kansai aus solls heute mit dem Flieger nach Sapporo gehen. Zum ersten Mal wollen wir der Nordinsel einen Besuch abstatten. Im September wurden einerseits Teile des Flughafens durch den Taifun, andererseits Infrastruktur in Hokkaido durch das Erdbeben zerstört. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass etwas mit diesem Ausflug nicht klappen wird. Und tja, mein siebter Sinn war korrekt.

 

Wie jeden Morgen wache ich früh auf, heute allerdings nicht so glücklich. Jetstar hat mir eine SMS geschickt: Flug annulliert.

Innert kürzester Zeit ist auch mein Freund hellwach und wir fahren über die Brücke zum Flughafen um nach Alternativen zu schauen.

 

Jetstar bietet uns einen Ersatz-Flug in zwei Tagen, ANA und Peach in Kürze, aber für CHF 420.00 resp. CHF 470.00 pro Person. Somit wird schnell klar, Hokkaido fällt ins Wasser und ein Plan B muss her. Wir setzen uns erstmal in eine Ecke und stornieren das Hotel, die geplante Tour und den Rückflug nach Tokyo.

 

Wir kennen das vielgelobte Kobe noch nicht, innert weniger Minuten ist deshalb klar, wohin die weitere Reise stattdessen gehen soll.

 

Der JR-Railpass ist wirklich eine tolle Sache, ohne

weitere Kosten fahren wir nach Kobe und sind froh um WIFI im Zug, so können wir den Tag wenigstens grob planen.

 

Gemütlich starten wir mit dem Ikuta Schrein,

der mit seinen roten Toren an eine Mini-Inari-Version erinnert.

 

Anstatt kühles Herbstwetter auf Hokkaido haben wir jetzt sommerliche 27 Grad am Meer, auch nicht schlecht.

 

Der Stadtteil Kitano Ijinkan-Gai wurde nach europäischem Vorbild gebaut. So kann man hier zum Beispiel Fachwerkhäuser oder englische Residenzen besichtigen.

 

Früher war der Hafen von Kobe einer der einzigen Zugänge zu Japan für Personen aus dem Ausland. Viele Diplomaten und Händler haben in diesem Stadtteil gelebt und ihre Häuser in europäischen Stil gebaut.

 

Nankinmachi, das Chinatown-Viertel von Kobe ist auch sehenswert. Neben unzähligen Restaurants gibt es hier auch grosse Shoppingstrassen, bunte Tore und Laternen.

 

Es riecht nach gebratenem Fleisch - nach all dem Fisch der vergangenen Tage eine willkommene Abwechslung.

 

Auf direktem Weg spazieren wir weiter zum Hafen von Kobe, der bekannte Kobe Port Tower weist uns den Weg.

Im Nada-Viertel gibt es viele Sakebrauereien, wir möchten gerne eine besichtigen. Das hätten wir nämlich morgen in Asahakiwa auf Hokkaido vorgehabt.

 

Ohne Stadtplan und Internet marschieren wir los und am Ziel vorbei. Der Pförtner vom Stahlwerk lotst uns wieder aus dem Industriegebiet heraus und zaubert einen Plan aus der Schublade. Jetzt kommts besser, die erste Brauerei ist aber geschlossen. Die zweite gleicht eher einem Laden und wir erhalten eingelegtes Gemüse vorgelegt, nicht aber Sake. Hier wird Mirin hergestellt.

 

Wir fahren nun weiter an die Küste, ohne konkrete Adresse wird es hier im Sakegebiet schwierig, eine Tour zu finden. Das Museum interessiert uns nicht und zum Sake kaufen sind wir auch nicht hergekommen.

 

Am späteren Nachmittag beschliessen wir, nach Tokyo zu fahren und die Nacht dort zu verbringen. Während der dreistündigen Shinkansenfahrt trinken wir Highballs aus der Dose und holen etwas Schlaf nach.

 

Im Shinagawa Prince Hotel, wo wir eigentlich erst morgen spät Abends angekommen wären, buchen wir eine zweite Nacht dazu. Bei einem mittelmässigen Drink aber Hammeraussicht aus der Hotelbar besprechen wir das weitere Programm.

 

Die Entscheidung fällt trotzt Schlechtwetterprognose auf Hakone, das Vulkangebiet Owakudani interessiert uns. 

Tag 6: Hakone

 

Mit dem Shinkansen fahren wir nach Odawara, wo wir den Hakone-Freepass kaufen und direkt weiterfahren nach Hakone-Yumoto.

 

Ab hier geht‘s nun in die Höhe, der Hakone Tozan Zug fährt im Zick-Zack durch den Wald bis nach Gora. Auf dem Weg liegen diverse Onsen und das Hakone Open-Air-Museum. 

 

Seit Jahren besteht eine Partnerschaft zur unserer Rhätischen Bahn.

 

 

 

Im Hakone Tozan Cable Car gehts weiter hoch nach Sounzan, wo wir in eine Gondel umsteigen. Das klingt nach einer ziemlichen Fahrerei, die Verbindungen sind aber derart gut abgestimmt, dass man rasch vorwärts kommt.

 

Die Gondel fährt uns auf den Vulkan Kamiyama, wo alles dampft und nach Schwefel riecht. Die schwarzen Eier sind hier die Spezialität, auch wir kaufen eine kleine Tüte zum Probieren - schliesslich sagt man, dass man pro gegessenes Kuro-Tamago (schwarzes Ei) sieben Tage länger leben soll. Gelöste Sulfate und Eisenionen der Schwefelwasserquellen färben die Schale.

 

Eine weitere Gondel bringt uns auf der anderen Seite des Berges hinunter zum Asahisee nach Togendai-Ko, wo die bunten Touristenboote den Transport übernehmen.

 

Mit einem Kurzstop in Hakonemachi-Ko fährt uns das Piratenschiff nach Motohakone-Ko. Der Hakone-Schrein ist hier eine bekannte Sehenswürdigkeit, entsprechend lang ist die Schlange für Fotos. Wir fotografieren so gut es geht um die Touristen herum und spazieren retour zur Bushaltestelle. Der Bus fährt uns nach Hakone-Yumoto zurück.

Der Ausflug nach Hakone war auch ohne Sonnenschein angenehm, es ist eine tolle Runde, die man gut von Tokyo aus machen kann. Bei richtig gutem Wetter könnte man sogar den Blick auf Mount Fuji geniessen.

 

Vor allem der Vulkanteil ist speziell, für den Rest müsste man als Europäer jetzt nicht unbedingt 12 Stunden nach Japan fliegen. Gondeln, Seen und Berge haben wir selber ganz wunderbare in der Schweiz.

 

In Odawara schauen wir das Castle von aussen an, bevor wir den Shinkansen zurück nach Tokyo nehmen.

Nach dem ruhigen Tag in den Natur sind wir parat für Trubel, ab geht‘s nach Shibuya zur riesigen Kreuzung. Es ist schon zur Tradition geworden,

dass wir hier im Starbucks etwas trinken und dem Treiben zuschauen. Tokyu Hands, Uniqlo, viele Shops haben hier zwischen Shibuya und Harajuku Filialen.

 

In Harajuku merkt man sofort den Trendfaktor, der dem Viertel nachgesagt wird, es wimmelt von Touristen. Gebeugt betreten wir den süssen Laden Alice in Wednesday durch die Mini-Tür, wo man von einer Humpty Dumpty-Figur bis zu den Spielkarten alles kriegt.

 

Wir haben von der relativ neuen Tokyo Whiskey Library gelesen, der Ort soll fantastisch sein. In Ometosando finden wir die stilvolle Bar und sind begeistert. Es dauert seine Zeit, bis wir unseren Whiskey ausgewählt haben. Das Angebot ist mit ca. 1200 verschiedenen Whiskeys so unglaublich gross, dass die Karte ein kleines Buch ist. Ein Ort so richtig zum Verweilen und Geniessen.

 

Mit einer Schüssel Ramen beenden wir den tollen Tag.

Tag 7: Tokyo

 

Für heute habe wir uns in und um Tokyo ruhigere, nicht so bekannte Destinationen ausgesucht. Die Hauptsehenswürdigkeiten kennen wir alle von unseren zahlreichen Besuchen.

 

Auf der Fahrt nach Gotokuji verpassen wir in Harajuku die Metrostation, passieren dafür das Tor zum Meiji-Schrein und den buntgefärbten Yoyogipark. Nach den Extrameilen klappt es und wir finden den richtigen Zug aus der Stadt heraus.

 

In Gotokuji fragen wir uns durch, bis wir schliesslich vor der wunderschönen Tempelanlage stehen. Ein ganz toller Ort, dem in Reiseführern nicht viele Seiten gewidmet werden. Der Tempel gilt als Geburtsort der Maneki Neko, vor vielen Jahren hat eine Katze einen Lord hier vor einem Gewittersturm bewahrt, indem sie ihn in die Tempelanlage gewunken hat.

 

Unzählige Winkekätzchen sind rund um den Tempel verteilt.

 

 

Auf dem Weg zum Hamarikyu Garten laufen wir per Zufall an der von Hayao Miyazaki designten Ghibli-Uhr vorbei. So ein cooles Kunstwerk!

 

Alle zwei Stunden ist sie animiert, diese Performance schauen wir auf dem Rückweg an. Achtung, die Uhr erwacht vier Minuten vor der vollen Stunde und ist aktiv bis 00.

Im Hamarikyu Garten kann man fernab von Grossstadtgetümmel eine Seite von Japan geniessen, die es mir besonders angetan hat. Ich liebe die schlichten Gärten unglaublich.

 

Zur Abwechslung besuchen wir danach wieder einen Schrein, den Toyokawa Inari Shrine in Akasaka mit seinem zahlreichen Füchsen. Wir glauben es kaum, dass er uns bisher nicht aufgefallen ist. Erstens liegt er in Gehweite vom Asia Center of Japan, wo wir schon mehrmals genächtigt haben und zweitens ist er sehr ansprechend.

 

Auf der Suche nach den neusten Kameramodellen sind wir in Ginza erstmal verwirrt. Wo bisher das Sony Center war, ist nun ein kleiner Garten von

Sony und ein Pop-Up-Store mit Sony T-Shirts. Die Verkäuferin klärt uns darüber auf, das dass der Sony Showroom und Shop, wo man Produkte testen und kaufen kann, umgezogen ist.

 

Nur wenige Meter weiter werden wir fündig. Am liebsten würde ich den süssen Roboterhund Aibo mit in die Schweiz nehmen. Er funktioniert bei uns aber nicht, zudem kostet er soviel wie ein paar Flüge.

 

Auch in Akihabara stoppen wir kurz, Yodobashi hat ein immenses Angebot an Kameras.

 

Maids bewerben die Cafes, der Yodobashi-Song dröhnt aus den Lautsprechern im 9-stöckigen Elektronik-Warenhaus, der kleine Igel in der Plastikbox, der Kundschaft ins Igel- und Eulenkaffee locken soll, gibt mir den Rest. Für den Trubel hier muss man in Stimmung sein, mir ist es hier heute nicht wohl.

 

 

 

Im Sky Tree Town Center schlendern wir durch die Etagen, bevor wir nach Nishiarai zu unseren Bekannten fahren. Wir waren immer noch nie auf dem Sky Tree, und auch heute wird es wieder nichts. Die Weitsicht ist nicht gut genug.

 

Wir haben eine Einladung inklusive Übernachtung erhalten und freuen uns sehr. Bei einem feinen Sukiyaki Nabetopf und Sake verbringen wir einen tollen Abend etwa 20 Minuten von Tokyo entfernt.

Tag 8: Tokyo

 

Eine freudige Überraschung gibt es am Morgen - zum ersten Mal seit Tagen gibt es Brot zum Frühstück. Das japanische Ehepaar hat länger in den USA gelebt und frühstückt gerne kontinental. Das kommt uns nach all dem japanischen Frühstück sehr gelegen.

 

Danach spazieren wir zum Daishi Temple in Nishiarai, der nur wenige Gehminuten von ihrem Haus entfernt liegt.

 

 

 

 

 

Während der Autofahrt zum Rikugi-en Garten erhalten wir eine kleine Sightseeingtour durch das tempelreiche Nishi-Nippori.

 

Bei unserer Reise 2016 haben wir hier den riesigen Kirschblütenbaum nachts beleuchtet bewundert. Bei Tageslicht wirkt der Garten wunderbar natürlich.

 

Im zweiten Garten, im Kenroku-en zeigen uns die Bekannten die schönsten Ecken.

Schliesslich fahren wir nach Odaiba, in diesem Jahr wurde das neue interaktive Kunstmuseum Digital Art Museum: teamLab Boarderless eröffnet. In allen Newsportalen wird es dermassen gehypt, dass wir bereits im Vorfeld Tickets gekauft haben.

 

Trotzt langer Schlange sind wir relativ rasch drin, merken aber dass es immer wieder Wartezeiten gibt für Teilbereiche. Als wir 90 Minuten hören und uns das auf Englisch noch bestätigen lassen, hört der Spass auf. Wir schauen an, was ohne Anstehen geht, den Rest lassen wir ausfallen.

Nur wenigen Gehminuten enfternt liegt Diver City, hier steht seit kurzem ein 20 Meter hoher Unicorn Gundam. Zu gewissen Stunden erwacht er zum Leben. Auch wer kein Anime-Fan ist, sollte nach Odaiba fahren und sich den riesigen Roboter anschauen.

 

Über die Rainbow-Brücke geht's schliesslich in Richtung Ueno, die letzte Nacht verbringen wir im APA Hotel Keisei Ueno. Den Abend verbringen wir mit etwas Shopping am Ameyoko-Markt und einem Teller Sobanudeln.

 

Auch wenn nicht alles geklappt hat wie geplant, war es eine tolle und ereignisreiche Woche, die uns wieder viel Neues von Japan gezeigt hat.

 

Der einzigartige Zauber der Kirschblüten hat mir persönlich aber bei dieser Herbstreise etwas gefehlt.

Tag 9: Bye Bye Japan

 

Direkt von der Keisei Ueno-Station aus fährt der Skyliner zum Terminal 1 am Flughafen.

 

Der nächste Flug ist bereits gebucht...